Rechtsanwalt

Rechtsanwalt Gernot Simon

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein

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Vor der Ehe

Im Jahre 2010 habe ich mich anlässlich eines Fachlehrgangs mehr als 150 Stunden intensiv damit befasst, wie eine Ehe nach allen Regeln der Kunst geschieden werden kann.

Irgendwie hat mich das alles aber doch nicht ganz befriedigt. Sinn u. Zweck der Ehe ist es ja nicht möglichst kunstvoll geschieden zu werden, sondern glücklich und unzertrennlich bis an das Lebensende zusammen zu leben.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Ehe von dem einfachen Zusammenleben dadurch, dass die Ehepartner miteinander einen Bund schließen, nämlich den Ehebund. Das heißt, sie verbünden sich und zwar bedingungslos und für das ganze Leben.

Die spannende Frage ist jetzt, wozu verbünden sich die beiden. Vielleicht verbünden sie sich, weil sie sich mögen, weil sie ihr Leben gemeinsam gestalten möchten und weil sie gerne zusammen sind. Dies dürfte wohl die häufigste Motivation für die Eingehung eine Ehe sein, dass man sich mag und dass man sein Leben gemeinsam gestalten und nie mehr auseinander gehen möchte.

Hilfreich ist es, wenn man die Ziele, die man während des Lebens gemeinsam verfolgen möchte, schon vor der Ehe bespricht und auch darüber spricht, wie man diese Ziele erreichen will. Wichtig ist es dabei nicht nur herauszufinden, was der andere sagt, sondern wie er wirklich darüber denkt und fühlt und wie ernst er es meint, wenn er sich etwas vornimmt - z. B. eine erfolgreiche Ehe zu führen und wie er unter Druck u. Stress reagiert.

Das Leben bringt es zwangsläufig mit sich, dass sich der Körper verändert und auch die Interessen des Einzelnen. Das kann dazu führen, dass sich die Ehepartner nicht mehr so zu einander hingezogen fühlen, wie das einmal war. Jetzt ist es gut, wenn man sich daran erinnert, dass man ein Bündnis geschlossen hat, dass man sich zu einem gemeinsamen Zweck verbündet hat. Problematisch wird es, wenn dieser Zweck, zu dem man sich verbündet hat, jetzt "plötzlich" nicht mehr so wichtig ist, wenn man sein Leben jetzt vielleicht lieber mit einer anderen Person zusammen gestalten möchte oder den anderen einfach loswerden möchte, weil er zur Last geworden ist.

Wie kann man verhindern, dass dieser Punkt erreicht wird? Aus meiner Sicht hilft es schon sehr, wenn man sich bereits vor der Ehe darüber klar ist, dass man nicht verhindern kann, dass der andere älter, dicker, kränker und vielleicht auch sonst irgendwie anders werden kann und es wohl auch wird.

Wenn man von seinem Ehepartner enttäuscht wird, kann die Ursache darin liegen, dass man Erwartungen an den Ehepartner stellt, die dieser nicht erfüllt, weil er sie nicht erfüllen kann oder nicht erfüllen will und von denen er vielleicht gar nichts weiß. Hier hilft es auch, wenn man diese Dinge vor der Ehe bespricht. Beispiel: Wenn du das und das machst oder nicht machst, lasse ich mich scheiden. Dann weiß der andere Bescheid und geht die Ehe vielleicht erst gar nicht ein oder man verzichtet selbst und ist dann später auch nicht enttäuscht. Es ist im Leben so, was nicht vereinbart ist, kann nicht verlangt werden und sollte dann auch nicht mit irgend welchen Mitteln erzwungen werden.

All die Enttäuschungen und das daraus resultierende Selbstmitleid sollten aber nicht dazu führen, dass man die eigentlichen Ziele der Ehe aus den Augen verliert.

Es hilft, wenn die Ziele, die man in der Ehe verfolgt, es wert sind, dafür jedes rechtschaffene Opfer zu bringen und beide Ehepartner bereit sind, diese Opfer zu bringen. Hier zeigt es sich, ob man den anderen wirklich liebt oder ihn nur haben will.

Mir hilft es auch, wenn ich daran denke, was meine Frau während der Ehe Gutes für mich und für unsere gemeinsamen Kinder getan hat, was sie alles kann, was ich nicht kann und welche Hilfe sie mir in meinem Leben war und immer noch ist. Ich frage mich dann, was kann ich für sie tun.

Letztlich haben meine Frau und ich uns Ziele gesetzt, die weit über dieses Leben hinausgehen, die mir auch sehr wichtig sind und mit denen wir auch schon gut vorangekommen sind, die ich aber mit niemand anderem erreichen kann, als mit meiner angetrauten Frau, der Mutter meiner Kinder.

Es gibt dann noch ein paar Dinge, die uns helfen, die Familie zusammen zu halten. Wenn Sie dieses Thema interessiert und Sie mehr von mir darüber erfahren möchten, sprechen Sie mich an.

Life Coaching, Internetseite von Günther & Simon

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